Im Bann des Theaters (Romanze) |
Jin

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Kapitel 9: Ein Date mit einer Sechsjährigen?! (Teil II)
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@Angel: Das ist eben Wanda *g* Die weiß, wie man einen jeden um die Finger wickelt. Jetzt stell dir einmal vor, sie wäre wirklich Orlandos Tochter. Der könnte ihr doch keinen Wunsch abschlagen! Die würde doch ein Pferd haben noch ehe sie gehen könnten!
Tja, ich denke um das perfekte Bild zu finden, müsste man echt sehr lange suchen und am Besten auch auf diverse Suchprogramme zurückgreifen. Ich muss aber gestehen, dass ich zu der Zeit ein bisschen ungeduldig war und es einfach einmal probieren wollte *g* Aber ja: Kinder entwickeln sich da stark unterschiedlich und ob nun ein Jahr mehr oder weniger...wenn interessiert es?! Vielen Dank für das Lob!
@Nynsu: Obwohl ich sie nicht Frau Brie genannt habe wegen dem Käse
Ich war gerade total im Effi Briest Wahn, als ich nach einem Namen für sie gesucht habe und konnte nur noch an alle möglichen Charaktere aus diesen Roman denken. Sie Briest zu nennen, wäre aber doof gewesen und drum wurde aus dem Briest ein Brie *g*
Ich habe ein bisschen versucht, mir eine Wunschoma zusammen zustellen. Nicht, dass ich meine beiden nicht mag, aber alle beide haben doch Züge an sich, die nicht so dolle sind bzw. manchmal fehlt da vielleicht auch was
Ist ja auch nicht schlimm. Sie sind halt in eine andere Zeit geboren und da waren die Regeln nun einmal etwas strenger, sodass sie heute oftmals meckern, wenn wir so vieles dürfen *g*
Eine geschwungenere mmh. Also ich bin jemand, der es oft schlicht und elegant mag. Ab und zu aber auch verschnörkelt. Das ist immer mal so, mal so. Nja, die Grundidee von dir würde auf jeden Fall gut passen, da sie gut zu den Geschichten aus alten bzw. fantastischen Zeiten passen würde.
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„Entschuldigung, aber es ist spät geworden und ich müsste nun wirklich los. Nicht dass Jonathan mir noch verhungert, weil ich mich hier mit euch verplappere.“ Viggo zwinkerte Wanda zu.
Das Cafe beherbergte inzwischen nicht mehr als sieben Gäste, die sich nach wie vor munter unterhielten. Vielleicht hatten aber nicht nur die guten Gespräche und die fröhliche Atmosphäre dazu beigetragen den Abschied immer weiter zu verschieben, sondern auch der vor gut einer Stunde aufgekommene Regen, der in peitschenden Wehen durch den Park fegte. Selbst Sidi, der sich sonst nur ungern länger in geschlossenen Räumen aufhielt, döste lieber fröhlich vor sich hin und stieß ab und zu im Schlaf ein leises Grunzen aus.
Die beiden Erwachsenen und das Kind hatten sich nach dem Abschied Orlandos noch blendend unterhalten. Frau Brie hatte allerhand witzige Erzählungen aus ihrer Vermieterlaufbahn zum Besten gegeben und Viggo hatte dem weitere witzige Anekdoten beigefügt, die Wanda immer wieder ein Glucksen entlockten.
Überhaupt konnte der erfahrene Schauspieler inzwischen nachvollziehen, warum Orlando mit solch einer Begeisterung von Wanda gesprochen hatte. Diese war nämlich nicht nur unglaublich vorlaut und wissbegierig, nein sie wollte alles auch immer ganz genau wissen. Ihr ansteckendes Lachen und ihre fröhlichen Kinderaugen bildeten indes auch einen ganz besonderen Charme, den wohl weder Mensch noch Tier widerstehen konnte.
„Schon?“ Wanda zog einen Schmollmund. Das Vorwitzige und Lebendige in ihren Augen war erloschen und einem traurigen Zug gewichen.
„Ja, schon.“, erwiderte Viggo und stupste der Kleinen auf die Nase, auf der sich vorwitzige Sommersprossen tummelten.
„Willst du nicht nachher auch zum Filmschauen kommen?“ Nun lag ein bettelnder Ausdruck in Wandas Augen, der Sidi alle Ehre gemacht hätte. Die Kleine schaute hoffnungsvoll zu dem Mann mit den markanten Gesichtszügen auf, den sie in den letzten Stunden gern gewonnen hatte. Ihr gefielen diese Lebenserfahrung an ihm und die Schilderungen von all den Orten, an denen er schon gearbeitet hatte.
Dieser zuckte mit den Schultern: „Mal schauen, ja? Ich muss jetzt erst einmal wirklich los!“ Viggo sah auf die Uhr die sechs Uhr anzeigte und stieß dann ein Seufzen aus. „Jonathan ist sicherlich schon zu Hause und wartet auf mich. Tut mir Leid, aber ich muss wirklich los!“ Er reichte Frau Brie die Hand, die diese mit einem erstaunlich festen Griff schüttelte und winkte dann Wanda zum Abschied zu.
„Wir werden uns schon wieder sehen.“, versprach er ihr und weckte dann Sidi auf, der verschlafen gähnte, nach draußen blickte und dann wieder den Kopf zu Boden sinken ließ.
Wanda lachte schallend aufgrund dieses Verhaltens auf. „Da will wohl einer noch nicht gehen.“, kommentierte sie die Situation.
„Anscheinend nicht.“ Viggo hatte die Stirn gerunzelt und sah auf den sonst vor Aktivität übersprühenden schwarzen Labrador hinab. „Na komm schon, Sidi. Dein Herrchen wartet doch auf uns!“ Doch auch die Erwähnung Orlandos ließ Sidi kalt, der nur einmal kurz den Kopf hob und Viggo mit einem Blick ansah, der besagte ‚Doch nicht bei dem Wetter! Das ist doch grausam! Da schickt man doch nicht einmal einen Hund vor dir Tür!’.
„Tja, scheint mir so, als ob du doch noch nicht gehen könntest.“ Wanda hatte die Arme spöttische vor der Brust verschränkt und ein selbstzufriedenes Grinsen zierte ihr Gesicht. Selbst Frau Brie konnte sich ein amüsiertes Grinsen nicht verkneifen.
„Ach was, Bestechung ist alles, meine Liebe!“ Und mit diesen Worten angelte Viggo ein paar wohlweißlich mitgenommene Hundeleckerlis aus seiner Tasche und hielt sie dem Rüden vor die Nase. Dessen Schnauze begann zu zucken. Der Hund sog tief die Luft ein. Mit einem begeisterten Bellen stand er schließlich blitzschnell und schwanzwedelnd auf den Beinen und stibitzte Viggo rasch die Bestechungsmittel, ehe sie ihren Weg zurück in die schützende Tasche finden konnten. Der anschließende Blick aus den schokobraunen Augen verlangte eindeutig nach mehr.
„Och man!“ Wanda hatte sich zurück auf den Stuhl sinken lassen. „Das ist gemein!“
Viggo lachte laut auf. „Gar nicht. Das ist nur schlau.“ Er hielt Wanda auffordernd die Hand entgegen, in die diese lustlos einschlug. Abschiede mochte sie nicht besonders, ja sie waren ihr sogar ein Gräuel. „Mach es gut, ja?“ Viggo nickte Frau Brie noch einmal zu, richtete seinen Kragen auf und zog sich die Kapuze über den Kopf. „Was für ein Wetter!“, murmelte er leise vor sich hin und schüttelte den Kopf. Er verließ das Cafe, einen wenig begeisterten Sidi an seiner Seite...
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Orlando war, während Viggo, Wanda und Frau Brie gerade bei einer Anekdote über ein junges Ehepaar angekommen waren, endlich nach einem Tag der harten Arbeit zu Hause angekommen. Er legte die ausgeliehenen DVDs auf den Tisch, zog sich den warmen Wintermantel aus, kickte sich die Schuhe von den Füßen und schaltete erst einmal das Radio ein. Die Stille mochte der junge Brite seit jeher nicht sonderlich gern. Außerdem war es für ihn nach wie vor ein eher unangenehmes Gefühl in eine leere Wohnung zu kommen, kannte er von Kinds her doch eigentlich nur das Chaos einer mittelgroßen Familie.
So hauchten die fröhlichen Stimmen der Moderatoren und die fetzigen Rocksongs dem Apartment also mehr Leben ein und Orlando pfiff munter mit, während er im Kühlschrank nach einer Wasserflasche angelte. Er trank in großen Zügen, wollte schon, wie er es stets tat, den Fressnapf von Sidi füllen, als ihn auffiel, dass dieser ja noch mit Viggo unterwegs war. Schmunzelnd schüttelte er über sich selbst den Kopf und begann schließlich nach dem Telefon zu suchen, das sich jedoch wie so oft nicht finden ließ.
„Wo verdammt noch mal ist bloß dieses Ding schon wieder?“, murmelte er vor sich hin, während er zwischen den Sofaritzen suchte. „Ich hatte doch...“ Orlando versuchte sich zu erinnern, wo er das kleine silberne Ding zuletzt gesehen hatte.
Seine Wohnung war modern eingerichtet. Schlichte weiße Möbel, die hier und da durch farbliche Accessoires wie eine ausgefallene Vase oder einer ganz besonders ausgefallene Lampe eines berühmten britischen Künstlers betont wurden, dominierten das Bild. Die Wände waren ausnahmslos weiß und wurden einzig von großen, bis zum Boden reichenden Fenstern unterbrochen. Der einzige wirkliche größere Farbtupfer in seinem Apartment war die Küche. Diese war von einen dunklen rot und fiel durch ihre ungewöhnliche Architektur auf.
Zu dieser schlichten, aber beeindruckenden Eleganz stand Orlandos persönliches Chaos ganz und gar im Kontrast. Der junge Schauspieler war zwar nicht das, was man an und für sich einen Chaoten nannte, aber er kam selten zum Aufräumen. Natürlich, er hatte eine Putzfrau, die ihm zumindest diesen lästigen und zeitraubenden Job abnahm, aber er hatte es nicht gern, wenn diese in seinen persönlichen Sachen rumkramte, musste er doch auch so schon auf viel Privatsphäre in seinem Leben verzichten. Von daher war es die einzige Aufgabe der älteren Dame Staub zu wischen, die Fenster zu putzen und dergleichen.
So kam es also, dass, wann immer Orlando wieder einmal zu Besuch in London war, sich die Klamottenberge weiter ausbreiteten oder auch Schuhe sich auf einmal an ganz und gar ungewöhnlichen Orten wieder fanden. Packte den Briten allerdings die Ordnungswut, so kam es manch einmal, dass er auch noch um ein Uhr nachts auf einmal sämtliche Hosen ordentlich faltete, die T-Shirts zusammenlegte und die Schuhe zu Paaren zusammenstellte.
Der einzige Ort des Apartments, der trotz allem Chaos stets ordentlich war, war die Küche. Sie bildete das Herzstück der zwei Etagen Wohnung, die eine wunderbare Dachterrasse besaß, die sicherlich noch besser zur Geltung gekommen wäre, hätte sich ein wirklicher Gartenliebhaber mit ihr auseinander gesetzt. So fiel sie eher durchschnittlich aus, war aber auch so des Nachts eine wahre Augenweide.
„Ah, endlich!“ Orlando hatte das Telefon zwischen einem Stapel von Drehbüchern gefunden, die ihm seine Managerin erst kürzlich hatte zukommen lassen. In Hollywood hieß es stets aktuell zu bleiben und aktuell blieb man nur dann, wenn man regelmäßig Filme herausbrachte. Man konnte in der schönen Welt der Reichen nur zu schnell in Vergessenheit geraten, wenn man sich ein wenig Pause und Ruhe gönnte.
„Jetzt nur noch die Nummer eingeben...“ Orlando ging zurück in den Flur, kramte in seiner Tasche nach dem alten Kassenbon, wählte die Nummer, vergewisserte sich dessen, dass sie auch ja korrekt war und drückte dann den grünen Knopf.
Es tutete. Einmal, zweimal, dreimal...
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„Ja, Betty, ich werde es ihr ausrichten! Nein, Betty! Nein, verdammt...Betty!“ Anastasia stieß ein lautes Stöhnen aus. „Betty ich habe es verstanden, okay?“ Die junge Frau lag auf der Couch und spielte mit einer ihrer schwarzen Haarsträhnen. Der Fernseher flimmerte und gab irgendeine typische Soap wieder, die im Moment auf lautlos gestellt war.
Der Tag war lang und anstrengend gewesen und die Tatsache, dass nun auch noch ihre beste Freundin wie eine ganze Schar hungriger Heuschrecken über sie herfiel, steigerte ihre Laune nicht gerade.
„Betty, bitte! Ich muss noch kochen, okay?“ Ana schwieg kurz, lauschte der jungen Frau am anderen Ende der Leitung. „Ja, das werde ich machen und nein natürlich werde ich das nicht vergessen.“ Sie lauschte erneut. Das stetige Gequassel, das auf sie niederging, ertrug sie mit der Erfahrenheit einer Freundin, die die lebenslustige Rothaarige schon seit der frühen Kindheit kannte. „Natürlich steht hier ein Bett für dich bereit. Wir haben doch bereits...ja, ja genau.“ Sie nickte, auch wenn Betty dies nicht sehen konnte. „Das ist kein Problem.“ Nun folgte einige Zeit, in der Anastasia das Gespräch einzig mit ‚Mmhs’ und ‚Ahjas’ kommentierte.
„Du Betty, ich muss jetzt wirklich auflegen. Es ist schon spät und Wanda...Nein, nein...nein, ich habe doch...doch Betty wirklich!“ Sie stieß ein Schnaufen aus. „Glaub mir doch einmal!“ Erneut ergriff die lebenslustige Rothaarige das Wort und redete auf Ana ohne Punkt und Komma ein. „Was?!“ Dieses Mal war es Ana, die laut wurde. „Du hast was...?! Ist nicht wahr? Nee komm, erzähl nicht so einen Mist!“
Und so ging das Gespräch weiter und wäre wohl nie zu einen Ende gekommen, wenn Ana nicht auf einmal mit Schrecken bemerkt hätte, dass der Stundenzeiger soeben auf der Sechs zu liegen kam. „Oh, verdammt!“ Anastasia sprang auf, schaltete den Fernseher aus und sprintete in die Küche. „Du Betty, ich muss auflegen. Tschüss, ja? Wir hören von einander! Hab dich lieb!“ Und noch ehe Betty ein Wort des Protestes einlegen konnte, hatte Ana schon aufgelegt. Irgendwann hatte die Schwarzhaarige einfach gelernt, dass man Betty am Besten abwürgen konnte, indem man einfach dreist auflegte.
Betty hatte jedoch gelernt dem entgegenzuwirken, indem sie einfach sofort wieder zurückrief. Als nun also das Telefon erneut klingelte, wunderte dies Ana nicht sonderlich. Sie nahm den Anruf entgegen, während sie gleichzeitig die Zwiebeln, Paprika und Tomaten für den Gemüsereis bereitstellte.
„Betty, wie oft habe ich dir schon gesagt, dass...“ Ana stöhnte auf. „Och, Betty! Ich kann doch auch nichts dafür!“ Die Utensilien standen bereit, nur ließ sich eine Zwiebel schlecht mit einer Hand schneiden. „Du kannst ja morgen wieder anrufen, okay?“ Ana lehnte sich an die Küchenzeile und tippte ungeduldig mit den Fingern auf die Ablage. „Ruf morgen noch einmal an, ja?“ Betty erwiderte etwas. „Okay, dann mach es gut. Tschüss, ne?“ Dieses Mal legte Anastasia in gegenseitigem Einverständnis auf, denn Betty hatte schließlich doch noch zähneknirschend nachgegeben. Die Erwähnung, dass die Auslandsflatrate nach England auch nicht von unbegrenzter Dauer war, mochte zu der letztendlich doch verhältnismäßig kurzen Verabschiedung beigetragen haben.
Zufrieden mit sich selbst und ein Lied auf den Lippen tragend, begann die junge Deutsche die Zwiebeln zu schneiden...
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„Besetzt.“ Orlando stieß ein Seufzen aus und fuhr sich durch seine Haare. „So ein Mist aber auch!“ Er fuhr sich durch die Haare und schmiss sich auf das Sofa. Was nun tun? Kochen konnte er noch nicht, da ihm wichtige Zutaten fehlten und darauf das letzte noch unangetastete Drehbuch zu lesen, verspürte er auch wenig Lust, zudem dieses allein von der Grundidee her nicht seinen Geschmack traf.
Er schloss kurz erschöpft die Augen, raffte sich dann auf und angelte nach der Fernbedienung. Der Bildschirm gewann flimmernd an Leben.
„Willkommen zu den fünf Uhr Nachrichten. Heute fand im...“ Er schaltete weiter. Nachrichten interessierten ihn zwar durchaus, aber es gab auch Zeiten, in der die größtenteils negativen Berichte der täglichen Geschehnisse seine Stimmung nur noch weiter trübten.
„Im Namen des Landes ergeht folgendes Urteil: Vier Jahre auf Be...“ Er verdrehte die Augen und schaltete womöglich noch schneller weiter als zuvor. Diese ewigen Gerichtsshows hatten ihm noch nie gefallen. Vor allem die oftmals schlechten Laienschauspieler konnten ihn als Branchenmitglied nicht wirklich überzeugen. Natürlich traten auch immer mal wieder einige Naturtalente auf, die mit der richtigen Förderung durchaus Chancen in der Filmbranche hätten haben können, aber das Business war hart. Talent war zwar unverzichtbar, aber Glück und Zufall ebenso. Selbst heute konnte der junge Schauspieler manch einmal nicht wirklich glauben, dass er seinen Traumberuf inzwischen wirklich in vollen Zügen ausleben konnte. Nicht Vielen, um nicht gar zu sagen einem von Tausenden war dieses Glück beschienen.
Schließlich blieb Orlando bei den Simpsons hängen. Er mochte sich nicht gern als Fan der gelben Kultfamilie bezeichnen, aber da er mit Bart, Homer und Lisa quasi aufgewachsen war, schaute er hin und wieder gerne einmal eine Folge. Seine letzte Freundin hatte das ganz und gar nicht verstanden. Sie hatte sein Verhalten stets als kindisch und unreif bezeichnet.
Als der Abspann schließlich begann, griff er erneut zum Telefon und drückte die Wahlwiederholungstaste...
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Anastasia hatte indes gerade einmal zwei Minuten das Telefon beiseite gelegt und begonnen die Zwiebeln zu schneiden, als dieses erneut in lustiges Bimmeln verfiel. Die Schwarzhaarige verdrehte genervt die Agen und wischte sich ihre Hände an einem Küchenhandtuch ab.
„Ja?!“, sprach sie in einen barschen Ton in die Sprechmuschel und wie erwartet wurde ihr Verdacht bestätigt: „Betty, ich habe dir doch eben noch...“ Sie schwieg, lauschte der jungen Frau am anderen Ende der Leitung. „Ich werde nachfragen, okay? Gleich diese Wochen noch, okay?“ Erneutes Schweigen seitens von ihr. „Das war jetzt auch wirklich alles, oder?“ Betty bestätigte dies, sodass der dritte Anruf schon nach ein paar knappen Minuten beendet werden konnte.
„Betty, du bist einfach einmalig.“, murmelte Anastasia leise vor sich hin, während sie das restliche Gemüse schnitt und alles zusammen in einen Topf gab. Der Reis kochte bereits und musste nur noch gar werden. Ein wehmütiges Lächeln hatte sich auf Anas Gesichtszüge geschlichen. Sie hatte Deutschland gerne gemocht, sehr gerne sogar.
Die idyllische Atmosphäre ihres Heimatdorfes hatte ihr eigentlich zugesagt, aber irgendwann war sie der ewig gleichen Tristes überdrüssig geworden und hatte der Lust nach einer ganz anderen Welt, einer lebendigen und abwechslungsreichen Welt nicht mehr widerstehen können. Inzwischen wusste sie, dass vor allem ihre Freunde und Wanda sie in Deutschland gehalten hatten. Deswegen genoss sie es sichtlich sich nun einmal auf Deutsch mit ihrer besten Freundin zu unterhalten.
Ana schüttelte energisch den Kopf. Das war jetzt nicht mehr relevant. Sie lebte nun hier, hier in London und es hieß nun sich in ihre neue Heimat einzuleben. Sie öffnete eine Dose mit Tomatenmark und suchte sich Majoran, Pfeffer und Salz aus ihrem Gewürzschränkchen hinaus. Sie blickte auf die Uhr und runzelte leicht verwirrt die Stirn. Wo blieb denn bloß Wanda? Sie hatte sich heute Nachtmittag verabschiedet mit den Worten, dass sie Frau Brie zu einem Spaziergang überreden wolle. Inzwischen war es aber schon dunkel geworden und von dem blondhaarigen Wirrschopf und der alten Witwe war noch keine Spur zu sehen. Leichte Sorge befiel Ana. Sie stieß ein Seufzen aus.
Und dann...dann begann das Telefon erneut zu klingen. Der aufdringliche Klingelton, der wohl den Hausbewohner dazu animieren sollte auch ja ans Telefon zu gehen, hallte laut in der Wohnung wieder. Ana besah das silberne kleine Ding mit zusammen gekniffenen Lippen. Betty würde es wohl nie lernen!
Ein zweites Seufzen ausstoßend nahm sie das Gespräch entgegen und begann auch sogleich zu sprechen: „Betty jetzt ruf doch nicht andauernd an! Ich habe es verstanden und werde mich darum kümmern, okay?!“ Sie erntete nichts als Schweigen....
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Fieser Cliffhanger, ich weiß *fg* Aber keine Angst: Der wird sich beim nächsten Update auflösen *lachz Bis dahin müsst ihr aber noch ein paar Tage warten *fg*
Speziell bei diesen Kapitel habe ich versucht, Orlando einmal etwas zentraler zurücken. Er soll jetzt nämlich allmählich "mein" Orlando werden, der nun einmal u.a. gerne die Simpsons mag Ich hoffe, dass ist mir gelungen
Über Reviews würde ich mich wie immer sehr freuen!
Vielleicht kann sich ja der eine oder andere doch einmal zum reviewn entschließen Ich beiße auch nicht *lachz
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03.07.2008 19:51 |
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LA-Angel

Tripel-As


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Das ist soooo fies!!
Ich hasse es, wenn man so mittem im Geschehen aufhört. Ich dachet bereits vor ungefähr drei Gesprächen, dass es jetzt endlich Orlando ist, der anruft, aber nein... du lässt deine Leser echt zappeln.
Ich freu mich auf die Fortsetzung!
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03.07.2008 20:15 |
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Nynsu unregistriert
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kann mich angel nur anschließen...voll gemein! Gemein! Gemein! Gemein!!!
schreib ja schnell weiter!
sonst....sonst...
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03.07.2008 23:17 |
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Jin

Doppel-As
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Kapitel 10: Ein Date mit einer Sechsjährigen?! (Teil III)
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@Angel: Ich bin doch nicht fies. Also bitte! Wenn du mich hier so gemein beleidigt, dann lasse ich Wanda im nächsten Kapitel sterben! Das ist fies! Diese Spielereien im letzten Kapitel sind doch noch gar nichts! Außerdem: Pass auf, was du sagst, junges Fräulein! Ich höre ein jedes deiner Worte und Autorenbeleidigung kann dazu führen, dass ein Update mal „ausversehen“ einen Tag länger auf sich warten lassen kann....oder auch zwei...oder drei *pfeifz Aber ja: Ich hasse es als Leser auch, aber auch nur als Leser. Als Autor liebe ich diese Spielereien.
Ich hoffe, dass ich deinen Ansprüchen mit der Fortsetzung gerecht werden konnte...
@Nynsu: Ich kann dir nur sagen: Schau mal nach oben und dann überlege es dir gut, ob es wirklich so „gemein! Gemein“ Gemein! Gemein!!!“ (Zitat Ende) war, wie du behauptest ;P Und was sonst, he?! Was?! Willst du mir etwa drohen, he?! Ich sag dir Mädel, lege dich nicht mit einem Autoren an, denn noch habe ich hier alle Zügel in der Hand und wenn ich ganz fies bin, dann lasse ich einfach Orlando hopps gehen oder so *muhaha Ähm: Danke für die nette Rückmeldung
Das hilft mir beim Schreiben wirklich ungemein!
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SEHR WICHTIG!!
Ich will an dieser Stelle nochmals an die Aktion erinnern. Bitte lasst mir eure Ideen in nächster Zeit zukommen oder mich wenigstens wissen, ob ihr noch Zeit braucht...
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Ein zweites Seufzen ausstoßend nahm Anastasia das Gespräch entgegen und begann auch sogleich zu sprechen: „Betty jetzt ruf doch nicht andauernd an! Ich habe es verstanden und werde mich darum kümmern, okay?!“ Sie erntete nichts als Schweigen....
„Ähm, war das Deutsch?!“ Eine Anastasia fremde Stimme hatte schließlich doch noch gesprochen. Sie trug einen urtypischen britischen Akzent und war angenehm herb männlich. Im Moment spiegelte sie starke Verwirrung wieder.
„Ja, aber...“ Die Schwarzhaarige runzelte verwirrt die Stirn und fasste sich dann. „Tut mir Leid. Ich habe einfach…na ja jemand anderes erwartet.“ Sie stieß ein amüsiertes Schnaufen aus und schüttelte über sich selbst den Kopf. „Mit wem spreche ich denn da?“, hakte sie dann nach, denn sie konnte die fremde Person immer noch nicht zuordnen.
„Mit Jonathan Blanchard.“, erwiderte Orlando.
„Mit wem?“ Ana hielt beim Kochen inne und blinzelte verwirrt. Hatte nicht…nein, der Nachbar von schräg unten hatte Jonas geheißen und nicht Jonathan. Da war sie sich ganz sicher. Außerdem kannte dieser gar nicht ihre Telefonnummer und wäre sicherlich bei Bedarf eher die eine Treppe heraufgestiegen als diese mühsam raus zu finden.
„Oh, ähm ich bin der Jonathan aus dem Park.“, erklärte Orlando und setze dem schließlich noch weiter erklärend hinzu: „Das Herrchen des Bären.“
„Ah, der!“ Nun erkannte die Deutsche auch die ihr zuerst fremd vorgekommene Stimme wieder. Sie hatte etwas ganz Eigenes an sich, etwas, das den jungen Briten unverkennbar machte. Was es war, konnte Anastasia indes allerdings nicht sagen. „Ich wusste gar nicht, dass Sie meine Nummer haben.“, tat sie ihre Verwunderung kund. Sicherlich, allein Dank Wanda war ihr der sympathische junge Mann und sein schwarzer Hund in Erinnerung geblieben, aber wie es nun zu diesem Anruf kam, konnte sie sich nicht erklären.
„Oh und ich wusste nicht, dass sie deutsch können.“, scherzte Orlando und stieß ein lautes Lachen auf. Es war ein angenehmes Lachen, eines das tief aus den Herzen kam und andere ansteckte. Dann wurde er wieder ernst: „Entschuldigung, ich weiß, dass Ganze verwirrt Sie sicherlich ziemlich, aber ich…“ An dieser Stelle geriet der sonst so selbstsichere Schauspieler ins Stocken. Die Bitte, die ihr an die junge Frau herantragen wollte, war einfach zu ungewöhnlich, als das man sie einfach so vortragen konnte.
„Oh ja, das können sie sagen!“ Anastasia schüttelte erstaunt den Kopf und sah über seinen unbeendeten Satz hinweg. Wenn das Wanda wüsste! Gerade sie wollte doch Sidi und sein Herrchen unbedingt wieder sehen. Hatte sie nicht genau deswegen Frau Brie heute dazu überredet in den Park zu gehen? Das blonde Mädchen würde sich sicherlich maßlos ärgern...
„Wanda wollte so gerne noch eine ihrer Geschichten erzählt bekommen.“, gestand Ana dem Briten. „Sie müssen wissen, dass sie den ganzen restlichen Tag nur noch über den Elbenprinzen und seine Heldentaten gesprochen hat.“ Ein Lachen ertönte. Die junge Frau kostete vom Reis, entschied, dass dieser noch ein bisschen brauchte und stellte die Gemüsemischung beiseite. Eine letzte Probe, der eine Prise Salz und ein bisschen süßer Balsamico folgte, später entschied sie, dass alles bereit war für Wandas Ankunft. Zufrieden ließ sie sich am Küchentisch nieder und nippte an einen kleinen Glas Rotwein.
„Ja, das hat sie mir heute auch schon gesagt.“ Orlando durchquerte während des Telefonates seine Wohnung. Er fühlte sich zu unruhig, um nun bewegungslos verharren zu können. Hier und da nahm er einen Gegenstand in die Hand, betrachtete ihn kurz und stellte ihn desinteressiert wieder zurück.
Ana stockte. „Sie hat was?!“, rief die junge Frau dann erstaunt aus.
Orlando musste schmunzeln. „Sie hat mir bereits gesagt, dass sie gerne noch mehr Geschichten über den Elbenprinzen hören will.“, wiederholte er seine Worte pflichtschuldig.
„Ja, aber...“ Anastasia lehnte sich an die Küchenzeile und schaute nachdenklich aus dem Fenster. Konnte es sein, dass Wanda tatsächlich in dieser Millionenstadt einen einzigen Menschen nur durch Zufall nochmals getroffen hatte? Sie schüttelte den Kopf. Das war mal wieder typisch Wanda. Niemand anderes außer ihr hätte solch eine Glanzleistung zustande gebracht. „Wollen Sie mir etwa sagen, dass sie sich heute im Park getroffen haben?“, fasste sie ihre Vermutung zu einer Frage zusammen, aus der der Unglaube trotz ihrer vorherigen Gedanken deutlich sprach.
„Nein, nein. Ganz so war es nun auch wieder nicht.“ Orlando fuhr sich durch seine Haare. „Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie es überhaupt wirklich dazu gekommen ist.“ Er stieß ein leises Lachen aus und schüttelte über sich selbst den Kopf. „Sie müssen wissen, dass ein guter Freund von mir heute mit Sidi im Park war und so um die vier Uhr wohl, als ich ihn anrief, da hatte ich auf einmal Wanda am Telefon.“ Orlando ließ sich an seinem Küchentisch nieder. Die Füße legte er auf einen zweiten Stuhl ab und entspannt lehnte er sich zurück.
„Oh, also das ist nun wirklich ungewöhnlich.“ Anastasia hatte die Stirn gerunzelt. „Ich glaube, Wanda wird mir nachher furchtbar viel zu erzählen haben.“ Sie stieß ein Seufzen aus, das Orlando mit einem Lachen kommentierte.
„Na ja, der eigentlich Grund warum ich anrufe, ist aber ein anderer.“, kam er auf den ernsten Teil dieses Anrufes zu sprechen. „Wissen sie, Wanda wollte mich unbedingt noch einmal wieder sehen, aber ich muss gestehen, dass mein Terminplan furchtbar ausgelastet ist in nächster Zeit.“, begann er zu erklären. Ihm schien es angebrachter zu sein, Anastasia erst langsam an das Thema heranzuführen, als direkt mit der Tür ins Haus zu fallen. Welche verantwortungsbewusste Mutter würde auch ihrer sechsjährigen Tochter erlauben Besuch von einem erwachsenen Mann zu empfangen? Keine!
„Na ja und spitzfindig wie ihre Tochter nun einmal ist...“, fuhr er fort zu sprechen, wurde jedoch sogleich korrigiert: „Nicht Tochter, Nichte.“
„Was?“ Orlando hatte sich unwillkürlich auf seinem Stuhl aufgerichtet.
„Wanda ist nicht meine Tochter.“ An dieser Stelle musste der junge Schauspieler verwirrt blinzeln. Dieses innige Verhältnis zwischen Wanda und Anastasia hatte für ihn eigentlich keinen anderen Rückschluss zugelassen.
Anastasia fuhr indes mit einer Erklärung fort: „Da Wandas Mutter nicht mehr dazu in der Lage ist sie zu erziehen und auch mein Bruder, der zugegebenermaßen das schwarze Schaf der Familie ist, sich nicht von seinem Junggesellenleben lösen konnte, habe ich nun das Erziehungsrecht inne.“ Die junge Frau nahm einen tiefen Schluck aus ihrem Glas und schenkte sich dann nach. Betty und sie hatten in Deutschland gerne als kleinen Absacker ein Glas Rotwein getrunken, insbesondere nachdem die Schwarzhaarige durch Wanda in ihren abendlichen Aktivitäten eingeschränkt wurde. Sie fühlte einen kurzen Stich in ihrem Herzen und verdrängte dann das Gefühl der Einsamkeit, das sich unwillkürlich in ihr breit gemacht hatte.
„Oh, das wusste nicht.“ Zu mehr war Orlando nicht in der Lage.
Ana entlockte dies ein Lachen. „Woher auch?“, stellte sie keck die Gegenfrage.
„Tja, weiß nicht.“ Der junge Schauspieler konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. „Aber zurück zum eigentlichen Thema.“ Er räusperte sich kurz, fühlte er sich doch wie das Kaninchen vor der berühmt berüchtigten Schlange. „Also, ihre Nichte ist auf die grandiose Idee gekommen, dass wir uns dann doch einmal abends treffen könnten.“
Stille. Anastasia war mitten in der Bewegung erstarrt. Das Glas, das sie gerade zum Mund führen wollte, verharrte an Ort und Stelle. Dann ließ sie ihre Hand langsam sinken. Das Glas klirrte leise, als es den Tisch berührte. Schließlich entlockte sich ihrer Kehle ein lautes Seufzen und sie fuhr sich einmal quer über das Gesicht. „Oh, diese kleine Teufelin...“, gab sie dann leise murmelnd von sich. Ein erstes Glucksen war zu hören und dann...dann brach sie in schallendes Lachen aus. „Oh, diese kleine, verdammte Teufelin!“
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Der Gemüsereis stand essbereit auf der Herdplatte, die Teller griffbereit daneben. Die Geschirrspülmaschine war ausgeräumt und das Wohnzimmer aufgeräumt worden. Selbst die lästige Aufgabe des Bodenwischens hatte Anastasia bereits hinter sich gebracht. Nun wartete sie nur noch auf ihren blonden Wildfang, der sich aber einfach nicht blicken lassen wollte.
Anastasia war unruhig geworden. Nun gut, inzwischen wusste sie ja, dass Wanda und Frau Brie anscheinend einen Freund Jonathans getroffen hatten, aber so allmählich wurde es doch eindeutig Zeit, dass die beiden nach Hause kamen. Um sich abzulenken griff sie nach der Zeitung, schlug wie heute Nachmittag bereits die Stellenanzeigen auf und ließ ihren Blick über die eingekreisten Anzeigen wandern.
Vor allem im Restaurant – und Verkaufsbereich waren Jobangebote vorhanden. Einschränkend für Anastasia war einzig Wanda. Sie wollte das Kind ungern nach der Schule allein lassen, ja sah darin nicht einmal den Sinn ein eigenes Kind zu haben. Was brachte denn ein eigenes Kind einem schon, wenn man es abends einzig für wenige oder gar nur eine Stunde sah?!
Sie schüttelte den Kopf. Oh nein, dann würde sie lieber nur wenig verdienen und in bescheidenen Verhältnissen leben. Überhaupt war Wandas Fall speziell. Das kleine Mädchen brauchte besonders viel Aufmerksamkeit, hatte sie doch schon Verluste erlebt.
Anastasia las sich die einzelnen Anzeigen nochmals durch. Besonders eine fiel ihr angenehm ins Auge. Es war ein Kellnerjob, der von vormittags bis nachmittags angeboten wurde. Der Lohn war ausreichend und das Cafe nicht allzu weit entfernt. Gleich morgen wollte sie sich dort bewerben.
„Also so allmählich könnten die beiden einmal zurückkommen.“, beschwerte sich die junge Frau und strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Es ist doch wirk...“
Ein Schlüssel wurde im Schloss gedreht. Die Tür knarzte und sprang dann mit einem Ruck auf. In den Raum stürmte eine aufgeregte Wanda, deren Augen fröhlich blitzten und deren Wangen ein zartes Rot zierte.
„Ana, Ana!“ Aufgeregt hüpfte die Sechsjährige um Besagte herum. „Weißt du wenn ich getroffen haben?! Weißt du?“ Und noch ehe Ana auch nur reagieren konnte, fuhr sie auch schon fort: „Sidi! Ich habe Sidi getroffen! Und Viggo!“
„Viggo?“ Anastasia runzelte die Stirn aufgrund dieser Namensnennung. Frau Brie, die unbemerkt von den beiden im Türrahmen stand, schüttelte amüsiert den Kopf und schloss leise die Tür hinter sich. Die beiden aufzunehmen war eine goldrichtige Entscheidung gewesen. Die Kleine war einfach herzallerliebst und Frau Aren würde ihr gewiss keine Sorgen machen und ihre Miete stets gewissenhaft bezahlen. Oh ja, die beiden waren ein Glücksgriff gewesen!
„Ja, Viggo!“, krähte Wanda indes, die sich einen Stuhl an den Herd schob, umständlich auf diesen kletterte und den Kochtopfdeckel anhob. „Mmh, lecker!“ Die kleine, rote Zunge fuhr sich genüsslich über die Lippen. „Hunger!“, sagte sie dann bestimmt und füllte sich einfach so ihren Teller. Noch ehe sie vom Stuhl herunter gesprungen war, hatte sie sich schon den ersten Löffel in den Mund gesteckt.
Anastasia musste lachen. „Setz dich doch bitte, Wanda.“ Sie deutete auf den Tisch. „Willst du noch was trinken? O-Saft? Sprudel?“ Wanda bejahte.
Schließlich saßen Tante und Nichte gemeinsam am Tisch und aßen. „Wer ist denn nun Viggo?“, fragte Ana nach und nahm so das vorherige Gespräch wieder auf.
„Vijo isch...“
„Man spricht nicht mit vollem Mund, Wanda!“ Die Schwarzhaarige schenkte dem Mädchen einen tadelnden Blick „Und schling nicht so! Das ist nicht gut für dich.“
Wanda nahm dies mit einem Schulterzucken hin. „Ist doch egal.“ Sie nahm einen tiefen Schluck aus ihrem Glas. „Also Viggo ist Jonathans Freund. Er war schon an furchtbar vielen Orten.“ Bewunderung lag in Wandas Stimme. „Und...“ Sie steckte sich ihren Löffel in den Mund und wurde so kurzzeitig am Sprechen behindert. „...und er kommt heute Abend auch. Du wirst schon sehen, er ist wirklich seeehr nett!“ Die Kleine strahlte selbstzufrieden über das ganze Gesicht. Die Tatsache, dass Viggo diesbezüglich keine genauere Aussage getroffen hatte, ignorierte sie dabei geflissentlich.
„Öhm Wanda also...“ Anastasia geriet ins Stocken. „Jonathan wird heute Abend nicht kommen.“
Dieser Satz hing in der Luft. Er glich einer Nebelschwade, die sich nicht vertrieben ließ und sich drückend auf einen legte.
„Er...er wird nicht kommen?“ Unglaube klang in Wandas Stimme wieder. Ihre Augen waren ganz groß und ihr Mund stand erstaunt offen.
„Nein, Kleines. Tut mir Leid.“ Anastasia lächelte entschuldigend. „Du hast doch morgen Schule und...es geht nicht, okay? Du wärest viel zu aufgekratzt gewesen und dabei sollst du doch heute früh ins Bett gehen...“
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Leute rafft euch auf! Ich weiß, dass hier einige mehr mitlesen als Nynsu und Angel also meldet euch doch bitte einmal!
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08.07.2008 00:09 |
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LA-Angel

Tripel-As


Dabei seit: 27.05.2008
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Ähm, Schatz? (Nynsu) Ich glaube, die liebe Jin will sich mit uns anlegen, was machen wir denn da??
Nein Spass, ich mach es in meiner FF doch nicht anders, was mir auch des Öfteren Drohungen von meiner besseren Hälfte (immer noch Nynsu) einbringt... Aber wie du schon selber gesagt hast, als Leser gibt es nichts Schlimmeres.
Und natürlich bist du meinen Anforderungen gerecht geworden, das bist du bis jetzt immer, obwohl ich auch total traurig war, als Ana meinte, er würde nicht kommen, ich konnte sehr mit Wanda mitfühlen...
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08.07.2008 01:21 |
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Nynsu unregistriert
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WIIIIIE er kommt nicht?...Schule is doch scheiße, unwichtig, blöd und überhaupt UNWICHTIG...oi..das hatte ich schon gesagt...egal!
DUUUU fang nich an mir zu drohen, das geht nach hinten los!
Meine Süße (Angel) kennt sich damit aus...*lach*
Pass mal auf, wir raufen uns zusammen und du kiegst keinen Kommie mehr..*lol*
...neee so fies sind wir auch nich...außerdem wollen wir ja wissen wie's weiter geht...
mach schnell ja...is wirklich ne tolle geschichte!
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12.07.2008 11:44 |
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Jin

Doppel-As
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Kapitel 11: Das schmollende Kind
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@Angel: Ich gebe ja wirklich zu, dass man als Leser Cliffhanger und all die anderen bösen Spiele des Autoren hasst, aber wenn ich das Ganze unter kritischen Augen sehe, dann ist eine FF erst dann gut, wenn sie dergleichen auch enthält! Gerade in FFs, die ja kapitelweiße hochgeladen werden, bieten sich Cliffhanger sowie Perspektivwechsel sehr gut an.
Natürlich bin ich deinen Anforderungen gerecht geworden?! Tztz, so selbstverständlich wie du sagst, ist das nun wirklich nicht! Es gibt immer bessere und schlechtere Kapitel. Das hat eine Geschichte so an sich. Es muss quasi immer langweilige, spannende, actionreiche, humorvolle…Kapitel geben. Je nach dem Geschmack des Lesers kann es dann mal sein, dass ein Kapitel eben nicht gut.
Ich hoffe, ich kann dich mit diesem Kapitel ein bisschen aufmuntern
Bei Wanda ist mir dies zumindest gelungen *g*
@Nynsu: Nope, er kommt nicht. Ätschi! ;P Ich bin fies, oder?! Nein, also Ana muss ja als Erziehungsberechtigte an ihre Aufgaben denken und da es noch zudem Wandas erster Schultag ist, soll diese nun einmal nicht durch einen Besuch Orlandos abgelenkt werden. Verständlich oder? Und jetzt sag nicht nein. Es ist verständlich, definitiv, aber zugleich auch scheiße, doof und unglaublich fies!
Ich drohe dir doch nicht ;P Oder nur ein bisschen…*lala Das ist meine Pflicht als Autorin! *energisch nickz* Und wie du schon sagtest: Wenn ihr mir Böses wollt, dann drehe ich hier einfach den Updatehahn zu *muahah Ich bin ja so fies!
(Jetzt weiß ich auch, warum ich FFs so gerne schreiben ^^ Ich lebe meinen Machtdrang nicht nur über meine Charaktere sondern auch über meine Leser aus *prust)
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Wanda reagierte, ganz Kind, mit Trotz und extrem schlechter Laune auf diese für sie unerwartete Wendung. Nicht einmal das Essen, das sie zuvor noch in den höchsten Tönen gelobt hatte, schmeckte ihr nun noch und sie schob den Teller mit einem angeekelten Blick weit von sich.
„Das ist so gemein!“, rief sie dann laut aus. Ihre zur Faust geballte Hand sauste auf den Küchentisch herab, dann sprang sie auf und stürmte aus der Küche. Kurze Zeit später knallte die Tür zu ihrem Zimmer ins Schloss. Das Geräusch hallte unangenehm in der Wohnung wieder.
Anastasia kommentierte dieses Verhalten einzig mit einem Seufzen. Sie wusste, dass man Wanda in diesen ersten Momenten des Zorns besser in Ruhe ließ. Früher oder später würde sich das Mädchen schon wieder beruhigen. Das schlechte Gefühl, das in ihr unwillkürlich aufgekommen war, konnte dieses Wissen allerdings nicht besänftigen. Die 25-jährige fuhr sich müde durch ihre Haare und machte sich dann ans Geschirrspülen. In der Wohnung, die sonst stets von Kinderlachen erfüllt war, war es unnatürlich still.
Tante und Nichte verbrachten ihren Abend also vorerst getrennt. Während Anastasia eine schnulzige Liebesromanze schaute, war von Wanda keine Spur zu sehen. Nicht einmal der kleinste Laut drang aus ihrem Zimmer.
Punkt acht Uhr beschloss die Schwarzhaarige das Schweigen zu brechen. Sie schaltete den Fernseher aus, bereitete rasch einen extra schokoladigen Kakao vor und balancierte diesen in der Hand zu Wandas Zimmer. Sie klopfte an. Das Mädchen reagierte nicht.
„Wanda?“ Erneutes Schweigen. „Wanda schläfst du schon?“ Zaghaft öffnete die junge Frau die Tür. Sie spähte durch den kleinen Türspalt. „Wanda?“
„Lass mich in Ruhe!“ Das Mädchen hatte sich ins Bett gekuschelt und das Gesicht abweißend zur Wand gedreht. Sie war vollständig bekleidet.
„Wanda, es tut mir Leid, okay?“ Anastasia ließ sich neben ihr auf die Matratze sinken, die unter ihrem Gewicht leicht nachgab. Das Zimmer war kunterbunt. Anders konnte man es gar nicht bezeichnen. Zwei der Wände waren in einem sonnigen Gelb gehalten, die anderen in einem luftigen Blau. Das Regal quoll über vor Spielzeug, Kuscheltieren, Gesellschaftsspielen und Kinderbüchern. Der kleine Schreibtisch war mit achtlos liegen gelassenen Buntstiften und Blättern übersät. Zwei Kakteen standen auf der Fensterbank.
„Liebes, versteh mich doch bitte.“, bat Ana, die die Kakaotasse auf den Nachtisch abstellte und Wanda sachte an der Schulter berührte. Diese schüttelte die Hand jedoch mit einem Ruck ab und rollte sich nur noch mehr zusammen. Anastasia stieß ein Seufzen aus. Beide schwiegen. Die Mickeymaus-Uhr an der Wand tickte rhythmisch, draußen hupte ein Auto und Scheinwerfer gleißten kurz in der Dunkelheit vor dem Fenster auf.
„Ich will nicht in die Schule!“ Wandas Stimme barg einen trotzigen, schmollenden Unterton. Sicherlich hatte sie zeitgleich ihre Augen ärgerlich zusammengekniffen und die Lippen zu einem dünnen Strich zusammengepresst.
„Wieso denn nicht, Liebes? Mmh?“ Die Schwarzhaarige lehnte sich gegen die Wand und nahm einen Schluck von dem verschmähten Kakao.
„Schule ist doof!“
Anastasia stieß ein Lachen aus. „Das hörte sich aber gestern noch ganz anders an.“, erinnerte sie das Mädchen.
„Na und?!“ Wanda drehte sich zu ihrer Tante herum, richtete sich auf und schenkte ihr einen trotzigen Blick. Ihre Hände hatte sie vor der Brust verschränkt. „Gestern war die Schule halt auch noch nicht daran Schuld, dass ich Jonathan heute nicht sehen kann!“
„Ach, Kleines, das hilft dir doch nun auch nicht weiter.“ Anastasia reichte dem blonden Wirrschopf die Kakaotasse, die diese mit einem mürrischen ‚Will nicht!’ ablehnte. Mit einem Schulterzucken nahm die Ältere es hin und nahm stattdessen selber einen weiteren Schluck. „Weißt du...vor langer, langer Zeit da gab es ein Mädchen, das auch nicht zur Schule gehen wollte. Ihr gefielen die strengen Regeln der Schule nicht. Sie wollte selbst bestimmen, was sie machen will.“ Die Schwarzhaarige schwieg kurz, streckte ihre Beine und stopfte sich dann ein Kissen in den Nacken.
„Sie wurde Iskierga gerufen und ganz so wie ihr Name war sie von ungebändigter und wilder Natur. Sie liebte es über die Wiesen zu tollen, in den nahen Teich zu springen oder den Nachbarsbauer die Äpfel von den Bäumen zu stehlen.“ Ganz gegen ihren Willen regte sich erstes Interesse in Wandas Blick. Sie rückte näher an Anastasia heran. „So also tobte Iskierga lieber über die Wiesen. Mit der Zeit jedoch verging ihr das Lächeln, oh weh!“ Ein trauriges Lächeln zierte nun Anas Gesicht. „Weißt du was ihr passierte?“
Wanda schüttelte verneinend den Kopf. Sie lehnte ihn an Anas Brust und diese schlang ihren Arm um die zierliche Gestalt des Mädchens. „Weil sie nicht zur Schule ging, lernte sie auch keine Freunde kennen, denn alle Kinder gehen schließlich zur Schule, nicht? So vereinsamte Iskierga also und...und ja, irgendwann dann ging sie doch zur Schule und jeden Tag trug sie ab dann ein Lächeln auf den Lippen.“
„Mmmh.“ Aus mehr bestand Wandas Reaktion nicht. Beide Schwiegen. Ana nippte weiterhin am Kakao. Das Ticken der Uhr hallte laut im Zimmer wieder.
„Ich glaube, du hast verstanden.“, sagte Ana dann. Sie wuschelte dem Kind liebevoll durch die Haare, löste die Umarmung und richtete sich dann auf. „Schlaf jetzt, Wanda. Es ist schon spät und morgen ist ein wichtiger Tag für dich.“ Sie hauchte der Kleinen einen Kuss auf die Stirn. „Schlaf gut, Liebes.“
„Mmh.“ Wanda bettete sich nieder, entsann sich dann dessen, dass sie noch ihre Hose trug und zog diese im Sitzen aus. Anschließend kuschelte sie sich unter die Decke und mümmelt sich tief in diese ein.
„Kleines?“
„Mmh?“ Wanda blickte zu ihrer Tante auf. In ihren Augen waren erste Spuren von Müdigkeit zu sehen und sie stieß ein leises Gähnen aus.
„Ich habe Jonathan für Freitag eingeladen.“, sagte Ana und Wanda...Wanda jauchzte laut auf, umarmte ihre Tante stürmisch und rief mehrmals freudig ‚Danke! Danke!’....
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„Achtung! Letzter Aufruf für Flug 0058. Letzter Aufruf für Flug 0058.“
London Heathrow war einer der Knotenpunkte der europäischen und internationalen Luftfahrt. Dementsprechend fiel auch das Sprachwirr und die ethnische Vielfalt der Luftreisenden aus. Aus allen Ecken drangen Fetzen von Arabisch, Deutsch, Englisch, Portugiesisch, Japanisch, Spanisch und allerlei anderer Sprache auf einen ein. Die Wartehallen platzten vor Verkaufsläden, kunterbunten Restaurants und Souvenirshops, die billigen Tand anboten, der angeblich original britisch war.
Orlando schenkte diesem Chaos wenig Aufmerksamkeit. Er und Viggo schlängelten sich mit der Erfahrung von erfahrenen Flugreisenden zielsicher durch die Massen. Die Koffer hatten sie bereits am Schalter abgegeben.
„Wie lange hast du noch?“
Viggo schaute auf die Uhr. „Noch gut eine Stunde. Lass uns noch in ein Cafe gehen, ja?“
„Sicher, aber nur auf einen kurzen. Du weißt ja, Sidi ist ungern allein und…“ An dieser Stelle verdrehte Orlando genervt die Augen. „…wenn ihm langweilig wird, vergreift er sich gerne an meinen Polstern.“
Viggos Gesicht zierte ein Grinsen. „Ah ja, dein Herr hat dich wohl fest im Griff, wie?“ Er zwinkerte dem Jüngeren vergnügt zu.
Dieser stieß ein Seufzen aus und rückte sich die Sonnenbrille auf der Nase zurecht. „Er ist ein bisschen verwöhnt, ich weiß.“, gestand er kleinlaut ein. „Aber was soll ich denn bitteschön tun?! Immer wenn er mich aus seinen braunen Augen anschaut und dann mit seinem Schwanz wedelt, kann ich einfach nicht anders!“
Nun lachte Viggo laut auf. Er klopfte seinen Freund tröstend auf die Schulter. „Nimm es nicht so schwer. So sind Hunde nun einmal.“
Orlando rümpfte die Nase. „Deine anscheinend aber nicht! Die hast du immerhin fest im Griff!“ Er schenkte dem Aragorn-Darsteller einen anklagenden Blick. „Keinen Mucks wagen die Beiden und ein Blick genügt und schon sind sie runter von der Couch!“
„Tja, mein Lieber, du kannst dir halt nur Respekt verdienen, wenn du konsequent bist.“, sprach Viggo besserwisserisch und fügte dem noch in gönnerhaften Ton hinzu: „Ich kann Sidi ja auch einmal ein bisschen erziehen.“, bot er seinem Freund an, während er gleichzeitig einer jungen Frau gerade noch so auswich und ihr über die Schulter hinweg ein entschuldigendes Lächeln schenkte, das diese sichtlich in den Bann zog. Sie wurde schlagartig rot.
„Andererseits...“, fügte er seinen Worten dann hinzu. „…solltest du lieber selber lernen konsequent zu sein, denn immerhin wirst du vielleicht schon bald Vater werden!“ An dieser Stell schlich sich ein durch und durch durchtriebenes Grinsen auf seine Züge
Orlando entfuhr ein Stöhnen. „Mensch, Viggo!“, beschwerte er sich dann. „Übertreib doch nicht gleich so! Das ist ein einfaches Treffen, okay?! Nicht mehr und nicht weniger!“
„Ja, ja. Und ehe du dich versiehst stehst du vor dem Traualtar und hast eine entzückende kleine Tochter.“, spöttelte der Angesprochene weiter.
„So weit wird es nicht kommen, Viggo!“ Orlandos Antwort fiel energisch aus. Seine Augen funkelten ärgerlich auf. „Ich mag Wanda, okay? Aber Ana ist nichts für mich.“ Er zuckte mit den Schultern. „Allein diese blaue Strähne ist wirklich gewöhnungsbedürftig.“
„Auf die inneren Werte kommt es an, mein Lieber, nur auf die Inneren.“ Freundschaftlich legte der ältere Schauspieler dem jüngeren einen Arm um die Schultern. „Schau mal, das sieht doch nett aus oder?“ Orlando stimmte mit einem Nicken zu, sodass sich die beiden Kollegen schließlich an einen kleinen Tisch niederließen. Sogleich eilte eine Kellnerin geschäftstüchtig auf sie zu und nahm die Bestellung auf.
Als schließlich die dampfenden Tassen vor ihnen standen, nahmen sie das Gespräch wieder auf. „Du erzählst mir doch, wie es gelaufen ist, oder?“
Orlando traf ein bittender Blick und er verdrehte genervt die Augen. „Sicher, immerhin wirst du mir so oder so, so lange in den Ohren liegen, bis ich dir alles erzählt habe.“ Er stieß ein Seufzen aus. „Aber lass diese Andeutungen, okay? Ich bin wirklich nicht an Ana interessiert!“ Er unterstrich seine Worte mit einem energischen Nicken.
„Und was ist mit Wanda?“
„Wie? Was soll schon mit ihr sein?“ Orlando hatte die Sonnenbrille abgelegt und Viggo tat es ihm gleich. Wohlweißlich hatten sich beide ins Innere des Cafes zurückgezogen, in das die vorbeieilenden Flughafenbesucher nicht einsehen konnten.
„Na was wird aus euch beiden werden?“, fragte Viggo und setze dem noch weiter hinzu: „Werdet ihr euch noch mal sehen?“
Der Gefragte stieß ein lautes Lachen aus. „Viggo, Viggo…“ Er schüttelte den Kopf. “Das weiß ich doch wirklich noch nicht! Ich lass es einfach auf mich zukommen, verstanden?“ Orlando fuhr sich durch seine Haare und schenkte Viggo eines dieser ganz besonderen Lächeln, das tausende Mädchen weltweit zu hysterischem Kreischen veranlasste. „Mein Leben ist so schon verplant genug. Da muss ich mir um so was nun wirklich nicht auch noch einen Kopf machen.“
„Mmmh“, stimmte Viggo ihm zu. Beide nippten an ihren Tassen. „Hast du schon einen neuen Film in Aussicht?“, fragte der Ältere schließlich. Er selber würde schon übermorgen erneut am Set seines neusten Filmes stehen.
„In den nächsten zwei Tagen werde ich mich wohl für einen entscheiden müssen.“, antwortete Orlando. „Es stehen noch zwei zur Auswahl.“ Die Dreharbeiten zu beiden Filmen würden bald beginnen. Mit jedem verstreichenden Tag wurden die Regisseure nervöser. Für einen der Filme war Orlando die Wunschrolle, für die andere jedoch nur die zweite Wahl. Trotzdem klangen beide Drehbücher für ihn verlockend. Besonders der Film, bei dem er nur die zweite Wahl war, wäre einmal etwas ganz anderes und von daher auch dementsprechend interessant.
„So? Darfst du denn deinen guten, alten Freund verraten worum es dieses Mal geht?“ Interesse flammte in Viggos Augen auf. Er liebte Filme und verspürte echte Begeisterung und Bewunderung für die Leistungen der Regisseure, der Kameraleute, der Autoren und aller anderen, die an einem einzigen Film teilhatten. In seinen Augen waren Filme mehr als nur ein Unterhaltungsmedium, für ihn hatten sie Seelen.
„Ach, der eine ist wieder ein...“
„Oh, verdammt!“ Viggo sprang hektisch auf. „Sorry OB, aber ich muss los!“ Der Schauspieler raffte sein Handgepäck und seine Jacke zusammen. „Tut mir Leid, aber ich will nicht zu spät kommen.“ Er schenkte seinem Freund ein entschuldigendes Lächeln.
Dieser nahm das abrupte Ende ihres Gespräches Schulter zuckend hin. „Kein Problem, Vig. Viel Spaß beim Flug!“ Er selber kannte das Jetsetleben viel zu gut, um sich nun aus der Ruhe bringen zu lassen. Natürlich öffnete sein Namen ihm viele Türen, aber er mochte es nicht, wenn sich wegen ihn ein ganzes Flugzeug verspätete.
Viggo verdrehte die Augen. „Du weißt ganz genau, dass ich das Fliegen nicht mag!“, tadelte er seinen Freund. Dann verabschiedeten sie sich mit einer kurzen, aber herzlichen Umarmung und dem Versprechen sich bald wieder zusehen voneinander. Viggo tauchte in die hektische Welt des heathrower Flughafens ein…
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Über Kommentare, Lob und Kritik würde ich mich sehr freuen
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14.07.2008 16:58 |
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Nynsu unregistriert
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Kommiiii....ist des ja insgesamt..
Lob:
Find gut, dass der Orli nich gleich so verliebt und knuddelich und hibbelich auf das "Date" ist,
sondern alles locker angehen will. Datt Männergespräch fand ich toll!
Kritik:
Also wenn ich ein kleines, bockiges Kind wär (und manchmal kann ich das sein),
würde mich diese blöde Geschichte nicht so schnell davon ablenken sauer zu sein!
Und deinen garstigen Kakao kannst du behalten! *grummel*
Freitag...tze...Freitag is viel zulange hin
so...ausgezickt
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14.07.2008 18:59 |
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LA-Angel

Tripel-As


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Also, ich finds toll. Besser Freitag als gar nicht...
Was mich (als Filmfreak) jetzt halt ein bisschen stört ist, dass du die neuen Rollen nicht beschrieben hast, das hätte mich jetzt auch interessiert... Kannst du ja vllt bei Gelegenheit noch nachholen *Sidiblick aufsetzt*
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15.07.2008 02:01 |
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