_Kadda_

*** User des Monats ***
  

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| Lupin & Tonks - Der Zauber der Liebe |
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Mal wieder ein spontaner Einfall von mir. Voll kitschig, aber so was schreibe ich nun mal gerne!
Viel Spaß!
Lupin & Tonks
Der Zauber der Liebe
Lupin apparierte vor der Tür des Grimmauldplatzes Nummer 12. Sein Herz hatte sich wieder beruhigt seit dem Vorfall im Ministerium. Er hatte Harry geglaubt, dass Voldemort zurück war, doch jetzt hatte er es mit eigenen Augen gesehen ... Das war so unglaublich furchterregend, dass Lupin kaum richtig nachzudenken wagte. Was war eben eigentlich genau passiert? Bellatrix hatte Sirius getötet, bevor er oder jemand anderes hatte eingreifen können.
Sein bester Freund war tot.
Diese Worte brannten in Lupins Herz wie Feuer. Ihm kam es so vor, als wäre etwas in ihm drin zerbrochen. Zu seiner Schulzeit in Hogwarts hatte er noch drei beste Freunde gehabt: James Potter, der Vater von Harry, den er vor zwei Jahren unterrichtet hatte. Peter Pettigrew, dieser Verräter, der sich auf die Dunkle Seite geschlagen hatte. Dann, heute, Sirius Black, gerade getötet von Bellatrix Lestrange. Er war sein einziger Freund gewesen, der noch übrig gewesen war von dem damaligen Quartett, das die Karte des Rumtreibers erstellt hatte, die jetzt in Harrys Besitz war. Was sollte er jetzt tun? Erst einmal würde der Orden sich einberufen, das war sicher, obwohl ihm niemand seinen Patronus geschickt hatte. Die Patroni waren die Boten, die zwischen den Ordenmitgliedern hin- und herflitzten, wenn es etwas zu sagen gab. Das war Dumbledores Idee gewesen, als der Orden gegründet wurde. Ach ja, Dumbledore ... er hatte gerade mit Harry gegen Voldemort gekämpft. Beiden war zum Glück nichts zugestoßen, das war großes Glück gewesen. Harry war ziemlich mutig gewesen, sich mit seinen Freunden nachts in die Mysteriumsabteilung zu wagen ...
Lupin öffnete die Tür des Hauses der Blacks, in dem jetzt eigentlich Sirius sein sollte. Er hatte hier zusammen mit Lupin gelebt, weil er sich verstecken musste und Lupin als Werwolf keine Arbeit fand. Doch jetzt sah es so aus, als würde Lupin hier alleine weiterwohnen.
Der dunkle Flur war nur in spärliches Licht getaucht. Normalerweise war er ganz dunkel, also musste schon jemand hier sein ... Lupin ging den Flur entlang zur Küche, wo ein langer Tisch aufgestellt war. Am Tisch saß Kingsley Shackelbolt, die Ellenbogen auf den Holztisch gestützt und das Gesicht in den Händen vergraben. Er sah nicht einmal auf, als Lupin hereintrat, und Lupin schwieg, während er sich setzte. Kingsley muss wohl auch alles verdauen, dachte Lupin und blickte auf den Tisch.
Kaum eine Minute später polterte es schrecklich im Flur. Mrs Blacks Schreie erklangen und eine wütende, aber ängstliche Stimme war zu hören. Lupin war auf die Beine gesprungen. Das Poltern konnte nur eines bedeuten: Jemand hatte den Kleiderständer im Flur umgestoßen – und wer konnte das anders sein als Nymphadora Tonks, die junge Aurorin?
„Tonks, alles in Ordnung?“, rief Lupin mit gequälter Stimme und spähte in den Flur hinaus. Jemand flüsterte „Lumos!“, dann erschien Tonks’ Gesicht im hellen Schein ihres Zauberstabs. Ihr Gesicht war von Angst erfüllt und sie zitterte leicht, als sie an Lupin vorbei in die Küche trat und sich setzte.
Mit hochgezogenen Augenbrauen setzte sich Lupin neben Tonks, die keuchte und ihre angstgeweiteten Augen starr auf die Wand gegenüber gerichtet hatte. Vorsichtig legte Lupin Tonks eine Hand auf die Schulter, und Tonks fing noch heftiger an zu zittern, sodass Lupin die Hand schnell wieder wegzog.
Nach und nach füllte sich der Raum mit Ordenmitgliedern wie Dumbledore, Mr und Mrs Weasley, Dädalus Diggel oder Mundungus Fletcher. Fast alle Mitglieder waren erschienen, außer Arabella Figg, der wohl jemand vergessen hatte Bescheid zu geben, und noch anderen. Alle blickten Dumbledore an, der sich erhoben hatte und leise sprach: „Wir alle können nicht fassen, was gerade eben passiert ist. Es ist schrecklich, doch wir müssen uns damit abfinden. Voldemort ist zurück, das ist das eine. Das andere ist, dass wir ein wertvolles Ordenmitglied und einen sehr guten und treuen Freund verloren haben: Sirius Black. Er wurde von Bellatrix Lestrange –“
„NEIN!“
Tonks war aufgesprungen und bebte vor Angst; ihr Stuhl war umgekippt. Mit wehendem bonbonrosa Haar rannte sie aus dem Raum, sich verdutzte Blicke nachziehend.
Dumbledore fuhr unbeirrt, aber mit noch leiserer Stimme fort: „– getötet. Wir alle sind traurig darüber, doch unser treuer Freund hat seinen Patensohn Harry Potter verteidigt, was schon eine große Tat ist. Wenn wir –“
Wieder war jemand aufgesprungen. Diesmal war es Lupin, der fassungslos in die Runde starrte und dann murmelte: „Ich gehe nach Tonks sehen.“ Er wandte sich ab, zog auch Blicke auf sich, doch es war ihm egal. Lupin eilte die Treppen nach oben und rief: „Tonks? Tonks! Wo bist du?“
Aus einem Zimmer klang ein wehmütiges Schluchzen. Lupin öffnete die Tür des Zimmers vor ihm und sah Tonks auf dem Bett sitzen. Es war das Zimmer, wo er derzeitig wohnte, das von
Sirius lag zwei Räume weiter.
Langsam näherte sich Lupin der weinenden Tonks auf dem schneeweißen Bett, während er die Tür hinter sich schloss. Als er näher kam, blickte Tonks auf, dann sprang sie auf und fiel ihm um den Hals. Sie vergrub ihr Gesicht an seiner Schulter, die sekundenschnell nass wurde von Tonks’ Tränen.
„Ist ja gut, Tonks, meine Liebe, ist ja gut“, beruhigte Lupin seine Freundin, doch Tonks schluchzte nur noch heftiger. Entschlossen packte Lupin Tonks an der Hüfte und zog sie sachte einige Zentimeter von sich weg. Tonks blickte ihn an. Ihr Gesicht war tränenverschmiert, die Augen gerötet und kaum imstande, die kommenden Tränen zurückzuhalten.
„Wegen was weinst du?“ Lupin bugsierte Tonks auf das Bett und nahm ihre Hand in seine, was bei ihm einen kleinen Kribbelschauer auslöste, doch er ignorierte ihn. Tonks Mundwinkel zuckten kaum merklich, als sie schluchzend hervorwürgte: „Alles meine Schuld ... Sirius ... tot ... ich hätte besser ... schluchz ... nicht den Kampf aufgeben ... oh, Remus!“ Tonks war wieder an ihn geklammert und schluchzte heftiger denn je.
„Tonks, jetzt sei mal ernst“, richtete Lupin Tonks zurecht und schaute sie sehr ernst an. Was hatte sie nur? Kein vernünftiges Wort war aus ihr herauszubringen!
Tonks schluckte schwer und sog die Luft tief ein, bevor sie mit zitternder Stimme fortfuhr: „Du ... du weißt doch, was ... was vorhin passiert ist, oder? Ich habe mich mit Bell-Bellatrix duelliert, als ich p-plötzlich sah, wie sie sich umdrehte und w-wegrannte, ei-einfach so ... Und dann kam ein maskierter Tod-Todesser, der mich ablenkte, indem er mich ... mit Flüchen bewarf ... Bellatrix ha-hab ich dann vergessen ... Dann hab ich nur noch Ha-Harrys Schrei gehört und bin herumgewirbelt, als ... als Sirius ... in den Schleier f-fiel ... Hä-Hätte ich mich doch nur nicht von ihr abgewandt ... ich hätte Sirius re-retten können, Remus ... Oh, ich hab alles falsch gemacht!“ Wieder fing sie an zu schluchzen. Lupin nahm sie, obwohl er es unterdrücken hatte wollen, in die Arme und tätschelte ihr den Rücken.
„Nymphadora, jetzt ist aber gut“, mahnte Lupin, als er schnell von ihr abgelassen hatte.
„Gut, ich werde versuchen, mich zu beherrschen“, sagte sie mit fester Stimme.
„Können wir wieder zu den andern hinunter in die Küche gehen?“, fragte Lupin und sah sie fragend an.
„Nein! Ähm, ich meine ... gleich ... ich wollte dir nämlich noch etwas sagen ... Ach, nein ... ist nicht so wichtig ...“ Die junge Frau öffnete die Tür und Lupin folgte ihr. Auf der Treppe, die nach oben führte, hörten sie Kreachers Stimme: „Diese Halbblüter in dem Haus der Blacks ... wenn meine Herrin wüsste, was ihr scheußlicher Sohn für Abschaum in ihr Haus gelassen hat ... O meine arme Herrin ...“
„Kreacher, sei still!“, befahl Lupin ärgerlich. Tonks, die gerade die Treppe hinunter erreicht hatte, drehte sich mit einem Schwung um. „Nein, Kreacher, du gehst jetzt nicht da runter, du bleibst hier oben!“, sagte sie, als Kreacher an ihr vorbeiwollte. „Du hast hier oben genug sauber zu machen, also los!“
Lupin glaubte nicht, dass Tonks sich darum scherte, ob Kreacher hier oben oder unten war, sie hatte irgendetwas vor. Als Kreacher sie böse anstarrte, wich sie einen Schritt zurück – was sie gleich bereute: Hinter ihr hatte die Treppe angefangen. Mit lautem Gepolter rumpelte Tonks die Treppen hinunter, ohne den leisesten Mucks von sich zu geben.
„Tonks!“, schrie Lupin entsetzt und spurtete die Treppen hinunter. Tonks lag auf dem Boden, ihr rechtes Bein stand in merkwürdigem Winkel ab. Sie war kreidebleich im Gesicht und hob mit schmerzverzerrtem Gesicht den Oberkörper, als Lupin sich zu ihr hinunterbeugte.
„So was kann auch nur wieder mal mir passieren“, schimpfte sie und betrachtete ihr Bein. „Mist. Gebrochen. Was soll ich jetzt machen?“
„Wir gehen ins nächste Krankenhaus, was sonst?“ Lupin klang besorgt.
„Kann denn niemand hier einen Knochenbruch heilen?“, fragte Tonks.
„Nein, ich glaube nicht. Komm jetzt.“
„Wie denn?!“ Mürrisch versuchte Tonks, sich aufzurichten, aber sie schaffte es nicht.
„Was ist hier los?“ Mad-Eye Moody stand im Flur, sie hatten ihn gar nicht kommen hören, obwohl es schwer war, ihn zu überhören mit dem Holzbein, dass immer Klonk machte, wenn er auftrat.
„Ich bin die Treppen runtergefallen und hab mir das Bein gebrochen“, erklärte Tonks mit zusammengepressten Lippen.
„Ich kann Knochenbrüche heilen“, brummte Moody, zückte seinen Zauberstab und murmelte etwas, das weder Lupin noch Tonks verstanden. Die drei sahen zu, wie Tonks’ Bein sich von alleine wieder in die richtige Position bog, und dann seufzte Tonks erleichtert.
„Vielen Dank, Alastor“, seufzte Tonks und ließ sich von Lupin hochziehen, während Moody wortlos zurück in die Küche stapfte und die Tür zu machte.
„Remus, ich ... ich wollte dir oben was sagen, hab mich aber nicht getraut.“ Tonks blickte Lupin flehend an, als sie seine Hand nahm und Lupin unmerklich zusammenzuckte.
„Ich ... das wollte ich dir schon lange sagen. Hab mich dann aber nicht getraut ... Gut, dann ... dann sag ich’s dir mal, Remus ... Ich ... Ich hab mich in dich verliebt.“
Sofort zog Lupin seine Hand aus der Hand von Tonks, die etwas feucht geworden war. Verwirrt starrte Tonks ihn an, die Lippen aufeinandergepresst. Sie hatte einen so knuffigen Hundeblick aufgesetzt, dass Lupin ganz warm ums Herz wurde. Schweigend sah er die hübsche Tonks mit ihren violetten Haaren an, weil er nicht wusste, wie er seinen Gefühlen Ausdruck verleihen konnte.
„Tonks, ich ... Ich weiß, du wirst enttäuscht sein, aber ... Ich mag dich auch sehr ... Ich bin aber viel zu alt für dich, Tonks.“ So. Jetzt war es draußen. Lupin hielt den Atem an.
„Was?!“, rief Tonks erschrocken nach einer Sekunde. „Das ist eine ziemlich grottenschlechte Entschuldigung, Remus! Du weißt ganz genau, dass das Alter nicht ausschlaggebend für eine Beziehung ist! Schau dir mal meine –“
„Tonks! Ich ... ich bin zu arm für dich! Sieh mal, ich hab nicht mal einen richtigen Job ... Was könnte ich einer so hübschen Frau wie dir denn bieten?“ Lupin klang verzweifelt, während er Tonks in die Augen blickte, als fände er darin eine Antwort auf all seine Fragen, die ihm durch den Kopf schwirrten.
„Arm? Remus, das ist mir so was von egal! Du hast alles, was du brauchst! Wirklich reich ist nur der, der voller Glück, Freundschaft und Liebe ist“, prophezeite Tonks und legte ihre Hand auf Lupins linke Brust, genau dahin, wo sein Herz wild pochend auf und ab hüpfte.
Hatte denn alles keinen Sinn? Wollte sie es nicht einsehen? Dann musste er auf seinen wundesten Punkt aufbauen.
„Ich bin ein Werwolf. Viel zu gefährlich für dich, Tonks. Du könntest gebissen werden, verstehst du das nicht?! Ich könnte es nicht verkraften, wenn ich dir etwas antäte, denn meine Gefühle sind zu stark für dich, als dass ich sie ignorieren könnte. Es tut mir Leid, aber auch wenn ich will, ich kann nicht. Hörst du? Ich kann nicht!“
Wenig überrascht beobachtete Lupin, wie dicke Tränen aus Tonks’ von vorhin noch geröteten Augen flossen und ihr Kinn hinabtropften.
„Vorhin, oben, da warst du noch so fürsorglich und lieb ... ich ... ich ...“
Plötzlich verstummte Tonks. Ihr Blick wurde glasig und leer – und dann, urplötzlich, kippte sie nach hinten um.
„Tonks!“, schrie Lupin und sprang hinunter auf den Boden, packte das Gesicht von Tonks und schüttelte es hin und her. Er gab ihr, zu seinem eigenen Entsetzen, eine Ohrfeige, doch auch das brachte Tonks nicht wach. Lupin eifrig auf und spurtete rekordverdächtig zur Tür, die in die Küche führte, riss sie auf und starrte in eine verdutzte Schar.
„Schnell! Tonks ... ich weiß nicht, was sie hat!“ Verzweifelt rief Lupin die Worte in den stillen Raum, wo er kaum wahrnahm, dass Stühle über den Boden kratzten und Leute aufsprangen.
Mrs Weasley und Moody folgten Lupin hinaus in den Flur, wo die bewusstlose Tonks auf dem Boden lag.
„Was ist denn passiert, Remus?“ Molly alias Mrs Weasley klang besorgt, als sie in die Hocke ging und Tonks kräftig schüttelte.
„Ich ... wir haben geredet, als sie ... einfach umkippte“, stotterte Lupin, der besorgt auf Tonks und Mrs Weasley starrte.
„Niemand kippt einfach um.“ Mrs Weasley sah Moody an, der seinen Zauberstab zückte, ihn auf Tonks richtete und laut und deutlich sagte: „Rennervate!“
Einen Moment lang starrten alle gespannt auf Tonks, die sich aber nicht regte.
„St. Mungo“, brummte Moody, beschwörte eine Trage herauf und bat Lupin, ihm zu helfen, Tonks auf die Trage zu hieven. Gemeinsam mit Mrs Weasley, die den anderen kurz Bescheid gesagt hatte, wohin sie gehen würden, machten sich die drei Zauberer samt der bewusstlosen Tonks auf den Weg zum St. Mungo Hospital – und das um drei Uhr morgens.
Lange Zeit warteten Lupin, Moody und Mrs Weasley im St. Mungo auf eine Nachricht über Tonks’ momentanen Zustand. Seit knapp einer Stunde saßen sie, müde, wie sie waren, in der Cafeteria des Krankenhauses und warteten darauf, dass sie zu Tonks durften. Keiner hatte eine Ahnung, was Tonks hatte, und wenn nicht mal der Rennervate-Zauber sie wieder aufwecken konnte, was dann?
Ein Heiler in limonengrünem Umhang kam in die Cafeteria geflitzt und sah sich suchend um. Kaum hatte er die drei Wartenden entdeckt, eilte er herbei und meinte etwas außer Atem: „Sie
haben doch die junge Frau mit den violetten Haaren hergebracht, nicht? Das meinte die Hexe am Tresen.“
Lupin, Mrs Weasley und Moody nickten, Lupin am heftigsten. Sie waren aufgestanden und folgten jetzt dem Heiler, der jetzt die Treppen zum 4. Stock hinuntereilte, während er ihnen sorgenvoll mitteilte: „Wir wussten erst gar nicht, auf welchen Stock wir sie einteilen sollten, haben uns dann aber für den vierten entschieden. Wir sind gleich da.“
Er bog um eine Ecke und blieb vor dem Zimmer kurz vor dem Ende des Korridors, wo die Tür zu den unteren Stockwerken war, und nickte mit dem Kopf zur Tür. Mit pochendem Herzen öffnete Lupin die Tür, gefolgt von Mrs Weasley, Moody und dem Heiler.
Am Ende des Zimmers (es war ein Einzelzimmer) stand das Bett, in dem Tonks lag. Ihr Gesicht war weiß und ihre Augen geschlossen. Das Haar, vorhin noch violett, hatte sich zu einer undefinierbaren Farbe zwischen Grau und Rosa entwickelt.
„Sie ist nicht wach?“, fragte Lupin leise, aber entsetzt.
„Es tut uns Leid, aber wir wissen nicht, was die hübsche junge Frau hat. Wir haben sie genauestens untersucht, keinerlei Zauber oder Flüche haben sie getroffen, was Sie auch behaupten? Sie lebt noch, ihr Puls ist ganz normal, aber nicht einmal der Rennervate-Zauber konnte sie aufwecken. Sie wird vorläufig hier bleiben, bis wir wissen, was ihr fehlt. Im Moment können wir nichts für sie tun, es tut uns außerordentlich Leid.“
Der Heiler ging etwas betrübt aus dem Zimmer und ließ Lupin, Mrs Weasley und Moody alleine mit Tonks zurück.
„Was hast du denn nur, Tonks?“ Lupin war in die Hocke gegangen, kniete jetzt neben Tonks und hielt ihre eiskalte Hand.
„Remus, das würden wir alle gern wissen“, seufzte Mrs Weasley, drehte sich um und beschwor mit ihrem Zauberstab einen Strauß Blumen herauf, den sie auf Tonks’ Nachttisch legte. Moody hatte bisher nichts gesagt. Grübelnd stand er, auf seinen Stock gestützt, im Raum und ließ das magische Auge herumsurren.
„Was hat sie gesagt, bevor sie umkippte?“, ließ Moody schließlich vernehmen. Lupin biss sich auf die Unterlippe. Sollte er es Moody sagen, dass Tonks ihm ihre Liebe gestanden hatte?
„Etwas ... Persönliches, das nur Tonks und mich angeht“, erwiderte er schließlich, ohne Moody oder Mrs Weasley anzusehen. Moody zog die Augenbrauen hoch und Mrs Weasley legte die Stirn in Falten.
„Also nichts, was ... ach, egal. Remus, lass uns gehen. Wir können für sie heute eh nichts mehr tun.“ Moody klang leicht genervt, als er Lupin die Worte barsch entgegenschleuderte und sich zum Gehen wandte. Doch Lupin machte keine Anstalten, ebenfalls zu gehen. Er zog sich einen Stuhl vom nahen Tisch heran, stellte ihn neben das Bett und ließ Tonks nicht aus den Augen.
„Mad-Eye hat Recht, Remus. Wir können nichts für Tonks tun.“
„Doch, können wir. Indem wir da sind.“ Lupin hörte sich die Worte aussprechen, doch sie kamen ihm nicht wie seine eigenen vor.
Mrs Weasley schüttelte unmerklich den Kopf, sagte aber nichts. Moody stand immer noch nahe der Tür und beobachtete die beiden.
„Ich hole mal einen Heiler, mir kommt da eine Idee“, brummte der ehemalige Auror und verließ klonkend das Zimmer.
Lupin strich Tonks eine Strähne aus dem Gesicht und sah sie liebevoll an.
Warum wachst du nicht auf?!, flehte er innerlich. Du darfst uns jetzt nicht verlassen, hörst du? Ich brauche dich, ich möchte dir nämlich noch etwas sehr, sehr Wichtiges sagen ...
Mrs Weasley waren Lupins Gesten und Blicke nicht entgangen. Sie gesellte sich zu ihm (ebenfalls mit einem Stuhl), und fragte leise: „Remus, kann es sein, dass ihr zwei mehr als nur gute Freunde seid?“
Überrascht von Mrs Weasleys Frage schoss Lupin das Blut in den Kopf. Woher wusste sie das? Hatte er es so offensichtlich gezeigt ...?
Mrs Weasley blickte ihn gespannt an, dann nickte Lupin schließlich leicht. Auf das Gesicht der siebenfachen Mutter trat ein Lächeln, sie sagte aber nichts.
„Weißt du, Molly“, begann Lupin kurz später. „Tonks hat mir vorher ihre Liebe gestanden. Und ich habe sie abgewiesen, weil ... weil ... Ich bin zu alt, zu arm und zu gefährlich für eine so junge und bildhübsche Hexe wie Tonks. Sie hat jemanden verdient, der jung und gesund ist.“
Mrs Weasley legte Lupin verständnisvoll die Hand auf die Schulter.
„Weißt du, Remus“, wiederholte sie seine Worte gezielt, „es kommt nicht auf das Alter, auf den Reichtum oder was man ist, an. Natürlich weiß Tonks, dass du gefährlich bist. Aber das ist nur bei Vollmond so, du bist ein liebenswürdiger und anständiger Mann, Remus! Und du bist nun mal ein Werwolf, er ist ein Teil von dir, und das weiß sie. Sie hat sich in den verliebt, der hier jetzt neben mir sitzt, und nicht in den, der er gern sein würde.“
Lupin hatte Mrs Weasley schweigend zugehört. Was sie sagte, klang plausibel ... wenn nicht sogar richtig! Wie konnte er nur so dumm gewesen sein?! Tonks wusste, dass er gefährlich war, natürlich, aber trotzdem würde sie das Risiko eingehen ... Mutig von ihr! Das war schon ein ziemlich tolles Gefühl für Lupin.
„Du hast Recht, Molly. Ich hätte sie nicht zurückweisen dürfen. Wie dumm ich nur war! Und du meinst, sie ist wegen meiner Zurückweisung ...?“
Mrs Weasley nickte. „Es gibt nur Eines, was du jetzt für sie tun kannst, auch wenn sie es nicht merken wird. Damit du dich nicht schuldig fühlst, solange sie bewusstlos ist.“
„Was meinst du?“, wollte Lupin verwundert wissen, als die Tür aufging und Moody mitsamt einem Heiler hereingehinkt kam (der Heiler hinkte natürlich nicht).
„Und was ist deine Idee, Mad-Eye?“, fragte Mrs Weasley und warf Lupin einen drängenden Blick zu, den er noch verwunderter aufschnappte.
„Nun ...“, fing Moody an, doch er wurde von Lupin, der aufgesprungen war, unterbrochen.
„Alastor, lass deine Idee erst mal sausen“, befahl er und klang ziemlich entschlossen. Ihm war gerade ein Licht aufgegangen.
Verwundert zog Moody die Augenbrauen nach oben, sagte aber nichts. Der Heiler starrte dumm aus der Wäsche und kratzte sich am Kopf.
„Mach schon“, drängte Mrs Weasley und schubste Lupin, der inzwischen verstanden hatte, was er tun musste, näher zu Tonks heran.
Moody hatte schon den Mund geöffnet, um etwas zu sagen, als Lupin sich mit den Händen auf das Bett abstützte und sich zu Tonks hinunterbeugte. Sein Gesicht war nur wenige Zentimeter von dem von Tonks entfernt, und sein Herz machte einen Salto rückwärts, als er seine Lippen auf die von Tonks legte und ihr einen zärtlichen Kuss aus tiefstem Herzen gab.
Moody und der Heiler standen mit offenen Mündern da, doch Mrs Weasley lächelte und wischte sich eine Träne aus dem Auge.
Langsam löste sich Lupin von Tonks, dann trat er zurück und setzte sich mit leicht rosafarbenen Wangen auf seinen Stuhl. Moody wollte wieder den Mund aufmachen, als etwas Sonderbares geschah.
Urplötzlich nahm Tonks’ Gesicht wieder Farbe an. Ihre Haare wurden zu einem strahlenden bonbonrosa und sie schlug die Augen auf.
„Remus“, flüsterte sie und Lupin sprang auf und setzte sich zu ihr.
„Ja?“, wisperte er kaum hörbar. Tonks setzte sich auf und lächelte ihn verliebt an. „Gibt es etwas, das du mir jetzt vielleicht sagen möchtest?“
Lupin dachte keine Sekunde lang nach. Sofort sprudelten die Worte, ehrlich gemeint, aus seinem Mund: „Ich liebe dich, Tonks.“
„Ich dich auch, Remus.“ Sie schlang ihre Arme um seinen Nacken, zog ihn zu sich herab und küsste ihn.
„Was ... war ... das denn?“ Der Heiler klang ziemlich verwundert. „Peter hat mir gesagt, dass sie nicht herausgefunden haben, was ihr fehlt ...“
„Wie sollten sie auch?“, klang Mrs Weasleys Stimme empört durch den Raum. „Der Zauber, der unsere Tonks wieder aufgeweckt hat, den kann man nicht mithilfe eines Zauberstabes heraufbeschwören.“
Und als sowohl Moody als auch der Heiler dumm aus der Wäsche guckten, verdrehte Mrs Weasley die Augen und sagte: „Der Zauber, der Tonks aufgeweckt hat, kam von Remus’ Herzen. Man nennt ihn auch: Den Zauber der Liebe.“
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In the shadow of the forest
though she may be old and worn
they will stare unbelieving
at the last unicorn
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Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zum letzten Mal von _Kadda_: 21.09.2009 15:01.
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